Sie sind hier: Highlights > Archiv > 
23.10.2014 : 1:50

Zum Gedenken an die Opfer und die Leidtragenden der Naturkatastrophe in Japan entzünden Besucher nach dem ökumenischen Gebet eine Kerze. Foto: Isabel Hansen (www.stimme.de)

Ökumenisches Fürbittgebet in Eppingen

Der Artikel stammt aus der lokalen Presse (undefinedKraichgau Stimme)

Licht des Lebens als Zeichen der Hoffnung

Von Isabel Hansen  

Eppingen - Beten, bangen und hoffen für die Erdbebenopfer und die Leidtragenden des Atomunfalls in Japan: Fast 100 Christen haben sich am Sonntagabend zum ökumenischen Gebet in der evangelischen Stadtkirche versammelt. Kurzfristig hatten sich Dekan Bernhard Knobelspies, Pastor Markus Ebinger und Pfarrvikarin Rike Gabriel zu der konfessionsübergreifenden Veranstaltung entschlossen. Die Gebete galten auch den Opfern des Terrors in Libyen. "Es ist eine Ausnahmesituation. Das Geschehen ist weit weg, aber es geht uns trotzdem sehr nah", erklärt Ebinger.

Zusammenhalten Diese Aussage können Tabea Deiß und Annerose Singh am Rande des ökumenischen Gebets in der Stadtkirche unterstreichen. "Es ist schrecklich, was passiert ist. Wir müssen jetzt zusammenhalten. Es ist unsere Aufgabe, gemeinsam einzustehen für Japan, für die Welt − nicht nur heute." Auch Barbara und Lothar Auchter sind aufgewühlt: "Wir waren geschockt, als wir von dem Erdbeben und dem Tsunami gehört haben." Jetzt wollen sie auf ihre Art Anteil nehmen: "Wir tun als Christen das, wovon wir glauben, dass es richtig ist. Wir hoffen und beten, dass es nicht zum Super-GAU in dem Atomkraftwerk kommt. Es ist nicht auszudenken, was die Menschen dann noch alles erleiden müssten."

Dekan Bernhard Knobelspies weiß um die tiefgehende Wirkung der Ereignisse in Japan: "Sie treffen uns bis ins Innerste. Wir fragen uns: Warum musste das passieren? Warum gibt es solche Naturkatastrophen?" Auch das Vertrauen in unsere Fähigkeiten, Situationen zu beherrschen, sei erschüttert. Gerade, wenn die Welt in Unordnung gerät, gewinne der Glaube an Tiefe. "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken", liest Knobelspies aus dem Psalm 46.

"Es sind apokalyptische Bilder, die uns erreichen. Apokalyptische Ahnungen, die uns beschleichen, wenn wir die Rauchschwaden aus dem Atomkraftwerk aufsteigen sehen", beschreibt Pfarrvikarin Gabriel die Eindrücke. Sie verweist auf die Passionszeit vor dem Osterwochenende, die für den Leidensweg Jesu stehe: "Er litt, litt mit und litt für uns." Auf der anderen Seite stehe die Verheißung aus der Offenbarung des Johannes.

Fürbitten Die Fürbitten der Gemeinde galten aber nicht nur denjenigen, die in Japan um ihre Toten trauern, die verzweifelt ihre Angehörigen suchen, den Arbeitern und Ingenieuren in Fukushima, die versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Sie galten auch den Verantwortlichen: den Konstrukteuren des Atomkraftwerkes, den Politikern in Japan und bei uns. Und nicht zu vergessen: den Menschen in Libyen, die unter dem Terror eines Diktators leiden.

In einem stillen Akt entzündete schließlich jeder Besucher eine Kerze und brachte das Symbol für das Licht des Lebens an den Altar. Flackernde Flammen, die unter dem Kreuz Jesu zu einem Bild der Hoffnung wurden.